Entlassfeier der Abiturientia 2024 – „Der Mensch ist frei“ oder „Wir verlassen Schillers Anstalt“

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Entlassfeier der Abiturientia 2024 – „Der Mensch ist frei“ oder „Wir verlassen Schillers Anstalt“

Am Freitag, den 21. Juni 2024, war es soweit: über 100 Abiturientinnen und Abiturienten nahmen in Anwesenheit ihrer Familien und Lehrerinnen und Lehrer stolz ihre Zeugnisse der Allgemeinen Hochschulreife entgegen und wurden feierlich in eine neue Freiheit entlassen.

„Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei (…), Vor dem freien Menschen erzittert nicht.“ (Friedrich Schiller, 1797)

Diese weisen Worte des schulischen Namengebers durchzogen die feierliche Veranstaltung wie einen roten Faden.

Nachdem zuvor bereits der Abiturgottesdienst in der Apostelkirche unter dem Thema „Freiheit“ stattgefunden hatte, folgte im weiteren Verlauf des Nachmittags die Entlassfeier.

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Bereits die einleitenden Musikstücke der A-capella-AG „Heart to heart“ von James Blunt und – zusammen mit den Abiturienten – „May be someday“ von Terre McPheeters, unter Leitung von Christian Meyer, ließen die Zuhörenden einen ersten Anklag davon bekommen, was Freiheit auch heißt, nämlich Abschied von lieb Gewonnenem.

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Und diesen Abschied leitete auch die Rede des Schulleiters Andreas Nowak ein. Auf sehr humoristische Weise erläuterte Nowak seine Gedanken zum schwer zu fassenden Thema Freiheit und fragte die Abiturientia „Ja, was wollen Sie anfangen mit Ihrer Freiheit, die Ihnen jetzt so kostbar erscheint?“, aber von der „Sie selbst fühlen (…), dass Sie mit jedem Schritt, den Sie gehen, mit jeder Entscheidung, die Sie treffen (…) schon wieder etwas von dieser scheinbar absoluten Freiheit aufgeben.“ Er unterschied in Anlehnung an Joachim Gauck die jugendliche und die erwachsene Freiheit. Und lies die zügellose wilde (jugendliche) Freiheit der letzten Wochen mit Mottowoche und Durstgefühlen noch einmal Revue passieren. Viel mehr in Erinnerung blieb Nowak aber das erwachsene Freiheitsstreben dieser Stufe, die sich durch politische und soziale Verantwortung, durch Diskussionsbereitschaft und Kreativität, durch „das Handeln freier, verantwortungsvoller Menschen“ auszeichnete. „Freiheit erscheint uns heute wie ein Glas Aperol Spritz, (…) selbstverständlich, (…) filigran, (…) fröhlich und unbeschwert“, aber mit Verantwortung genossen „erzittern wir nicht, weder vor Ihnen noch mit Ihnen, bei Ihnen liegt das, was kommt in guten Händen“, so Nowak. Und mit Westernhagens Hymne „Alle, die von Freiheit träumen, sollten das Feiern nicht versäumen!“, forderte er die Abiturientia auf „Wir alle haben allen Grund dazu, also los geht´s, Aperol Spritz für alle, let´s celebrate.“

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Voll des Lobes äußerte sich auch die Stufenleitung Andrea Michalski und Philipp Barckhaus: „Ihr seid eine – im positiven Sinne – pflegeleichte Stufe“. Trotz großer Umbrüche durch Corona, Krieg und schulischer Großbaustelle „habt ihr bewiesen, dass ihr auch in schwierigen Zeiten zusammenhaltet und euch gegenseitig unterstützt“, betonten Michalski und Barckhaus, „ihr seid uns immer durch ein besonders stark ausgeprägtes WIR-Gefühl aufgefallen.“ Beide zeigten sich beeindruckt von der Eigenständigkeit, dem Organisationstalent, die professionell vorbereiteten Stufenversammlungen und Abstimmungen sowie der Organisation der Abiturfeierlichkeiten. „Ihr habt Verantwortung übernommen, Entscheidungen getroffen und an einem Strang gezogen.“ Auch der Bezug zum Abiturmotto „Freiheit“ durfte nicht fehlen – für jeden Einzelnen, aber auch für das große Ganze: „Nutzt eure Freiheit, um euer Leben nach euren eigenen Vorstellungen zu gestalten, eure Träume zu verwirklichen (…), um die Welt zu einem besseren Ort zu machen – für alle.“

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Jonas Reckels ließ diese lobenden und herzlichen Worte mit dem Stück „Interstellar Theme“ von Hans Zimmer in den Zuhörern nachklingen.






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Von Seiten der Eltern begrüßte Frau Schlömer alle Anwesenden in der wundervoll gestalteten, komfortablen Wartehalle: „Denn gleich wird der „Last call“ aus dem Lautsprecher tönen: Abiturientinnen und Abiturienten des Jahrgangs 2024 werden freundlich gebeten, ihre boarding cards abzuholen.“ Liebevoll schilderte sie, dass die Rucksäcke und Koffer gut gepackt sind und neben viel Wissen auch viele schöne Erinnerungen, positive und stark machende Erfahrungen, Liebe, Wärme, Hoffnung, Mut und Zuversicht enthalten. Und dankte all denen, die beim Kofferpacken tatkräftig geholfen haben: Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Freundinnen und Freunde. Aber das Kofferpacken allein genügt nicht: „Nun ist die große Freiheitsfrage für euch: Wie mache ich es?“ Schlömer betonte, wie wichtig das richtige Ziel sei, aber auch das Durchhalten und Improvisieren: „Wenn ihr euer Ziel klar vor Augen behaltet, kommt ihr (…) an.“ Das Schiller sei der durch gegenseitige Wertschätzung geprägte Hafen, von dem die Abiturientinnen und Abiturienten ihre Reise heute starten: „Allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“, wünschte Schlömer der Abiturientia.

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Für die Abiturientia sprachen Karla Schlömer und Luca Näpel mit einem Rückblick auf die vergangenen acht gemeinsamen Jahre.

Karla umschrieb die letzten Jahre wie das Schreiben eines Bestsellers, das sich jetzt nach Höhen, Tiefen und Dramatik nähert. Sie verwies vor allem auf die vielen wichtigen Personen, die diesen Prozess begleitet haben und ihn zu einem erfolgreichen Ende geführt haben: „Wir alle haben auf unterschiedlichen, teils steinigen Wegen zum Ziel gefunden und sind nun nach Kindheit, Jugend und nach zahlreichen Unterrichts- und Therabistunden bereit, Schillers Anstalt zu verlassen“.

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Luca Näpel warf einen Blick in die Zukunft: „Genießt erstmal die Zeit ohne schulische Verpflichtungen, behaltet all die Momente, die Karla gerade beschrieben hat im Gedächtnis und glaubt niemals, ihr wäret zu klein, um etwas zu erreichen, denn erzählt das mal der Mücke, die euch nachts in den Wahnsinn treibt.“ Er beschrieb aber auch seine gemischten Gefühle, da das Abitur auch „das Ende der unbeschwerten Jugend und Kindheit markiert“. Und er rief dazu auf, sich auf den Weg zu machen, um Eigenverantwortung zu lernen und echte Erfahrungen zu machen, „nur so können wir diese zerrissene Welt prägen und ändern“.

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Musikalisch gestaltet wurde der Übergang zur Zeugnisverleihung durch das Stück „Back to Black“ von Amy Winehouse, gesungen von Marcia Zahrnt, begleitet von Hanja Sohrabi am Piano und Tom Blut an den Drums.





In Anlehnung an das herausragende Wir-Gefühl dieser Stufe fand die Zeugnisverleihung in den Leistungskursen statt.

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Im Anschluss wurde gemeinsam auf den Erfolg des Jahrgangs angestoßen.

Ihr Abitur feierten die Schülerinnen und Schüler dann noch einmal gebührend auf dem Abiball am 22.06. im Viva-Café.