May 10, 2026
„Our school of dreams“ – Jugendliche aus Lublin, Polen und Münster nehmen Schule in den Blick
4. März 2026, 6:00 Uhr in der Früh am Burger King Steinfurter Straße – es ist frisch, das Wetter verspricht schön zu werden, der Reisebus wartet bereits. Eine kleine Gruppe von 15 EF-Schüler:innen sowie zwei Lehrkräfte stehen bereit für einen langen Reisetag, im Koffer Gastgeschenke, im Handgepäck eine Menge Verpflegung.
Münster – Lublin, beinahe 1.200 km legen wir bei schönstem Reisewetter zurück. Am späten Abend sind wir da, alle Schüler:innen finden ihren Weg in die Gastfamilien, werden zu später Stunde teils noch reichhaltig mit Essen versorgt – der Beginn einer intensiven Woche des kulturellen Austauschs.
Wie in jedem Jahr geht es bei diesem Schulaustausch darum, die Jugendlichen beider Länder über ihre Lebensrealität sowie über ein bestimmtes Thema – in diesem Jahr „Our School of Dreams“ – in den tatsächlichen Austausch zu bringen. Bei unserem Besuch in Lublin geht es vornehmlich darum, dass die Schüler:innen sich gegenseitig ihr Schulsystem vorstellen, sich erzählen, wie sich ihr Schulalltag gestaltet, wie Schule überhaupt organisiert ist. Es gibt Verwunderung auf beiden Seiten, gelegentlich einen neidvollen Blick hin zum anderen System und aber vor allem erste Ideen dafür, wie man es doch vielleicht auch anders machen, welche anderen Lernorte es geben könnte und nicht zuletzt welche Träume von „idealer Schule“ jede:r Einzelne hat.
Neben der Projektarbeit und privat organisierten Ausflügen erkunden wir gemeinsam auch Lublin und Umgebung. Nach einer Stadtführung werden in der ehemaligen Druckerei Dom Słów Taschen mit zukunftsweisenden, motivierenden Sprüchen bedruckt oder wahlweise Papier geschöpft und wir verbringen einen Tag im nahe gelegenen Kazimierz Dolny unter anderem mit einem Besuch und Workshop im Naturkundemuseum. Wir dürfen exklusiv den alten jüdischen Friedhof in Begleitung einer kundigen Führerin kennenlernen und stellen uns mit professioneller Begleitung einem grausamen Teil der Geschichte Lublins – wir besuchen das ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager Majdanek.
Alles Erlebte, Angenehmes wie Unangenehmes, Lustiges wie Trauriges, Faszinierendes und Irritierendes regt an, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Schnell noch eine kleine Präsentation vorstellen zum Projekt-Thema, Abschiedsrunde, packen, 11. März, 7:15 Uhr Abfahrt, spät abends ankommen… und erstmal sacken lassen.
22. April abends kurz vor neun – der Gegenbesuch kommt an. Es ist eine trubelige Zeit, denn die Abschlussveranstaltung des Schuljubiläumsjahres steht kurz bevor. Aber dafür ist Raum: Begrüßung durch den Bezirksbürgermeister Klaus Rosenau im berühmten Friedenssaal, anschließend Stadt-Rallye durch Münster, Unterrichtsbesuche… und natürlich Projektarbeit. Diesmal stehen die Ideen der Schüler:innen im Mittelpunkt. Wie müsste Schule sein, damit wir gut auf die Zukunft vorbereitet sind, damit wir uns wohl fühlen, damit wir optimal lernen können? Wir beleuchten die unterschiedlichen Aspekte von „Schule“, recherchieren zu Schulformen, lernen ein Gymnasium in Dortmund kennen, wo „Schule“ etwas anders gelebt wird. Das alles verweben die Schüler:innen mit ihren Ideen und fragen sich, was davon vielleicht tatsächlich ohne großen Aufwand umsetzbar wäre.
Wir feiern zusammen Schiller-Jubiläum mit Festakt und Schiller-Send, neben Münster lernt ein Großteil der Gruppe am Wochenende noch Düsseldorf und Enschede kennen und wir feiern Abschied – diesmal den großen, mit Waffeln und spannenden Präsentationen, die sich Menschen aus der Schulentwicklung zu Herzen nehmen sollten.
29. April 2026, 7:00 Uhr in der Früh am Burger King Steinfurter Straße – es ist frisch, das Wetter verspricht schön zu werden, der Reisebus wartet bereits. Eine kleine Gruppe von 16 polnischen Schüler:innen sowie zwei Lehrkräfte stehen bereit für einen langen Reisetag, im Koffer Mitbringsel, im Handgepäck eine Menge Verpflegung.
Dieses Projekt wird von Erasmus+ gefördert.